Notice: Undefined index: HTTP_CLIENT_IP in /customers/9/6/d/derstartupinvestor.de/httpd.www/wp-content/plugins/bulletproof-security/bulletproof-security.php on line 45 Notice: Undefined index: HTTP_FORWARDED in /customers/9/6/d/derstartupinvestor.de/httpd.www/wp-content/plugins/bulletproof-security/bulletproof-security.php on line 46 Notice: Undefined index: HTTP_X_CLUSTER_CLIENT_IP in /customers/9/6/d/derstartupinvestor.de/httpd.www/wp-content/plugins/bulletproof-security/bulletproof-security.php on line 48 Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /customers/9/6/d/derstartupinvestor.de/httpd.www/wp-content/plugins/bulletproof-security/bulletproof-security.php:45) in /customers/9/6/d/derstartupinvestor.de/httpd.www/wp-config.php on line 101 Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /customers/9/6/d/derstartupinvestor.de/httpd.www/wp-content/plugins/bulletproof-security/bulletproof-security.php:45) in /customers/9/6/d/derstartupinvestor.de/httpd.www/wp-includes/feed-rss2.php on line 8 Der Start-up Investor http://www.derstartupinvestor.de Investieren in Start-ups mit System Thu, 19 Apr 2018 10:59:10 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.6 95821237 Warum ich mich vom Crowdfunding (vorerst) verabschiede http://www.derstartupinvestor.de/2018/04/warum-ich-mich-vom-crowdfunding-vorerst-verabschiede/ http://www.derstartupinvestor.de/2018/04/warum-ich-mich-vom-crowdfunding-vorerst-verabschiede/#comments Thu, 19 Apr 2018 10:59:10 +0000 http://www.derstartupinvestor.de/?p=693 Ich bin ein großer Befürworter des Crowdfundings. Ich mag die Idee, dass Kleininvestoren zusammenkommen, sich für eine Idee engagieren und zusammen sich Optionen erschließen, in Märkte und Produkte zu investieren,…

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Ich bin ein großer Befürworter des Crowdfundings. Ich mag die Idee, dass Kleininvestoren zusammenkommen, sich für eine Idee engagieren und zusammen sich Optionen erschließen, in Märkte und Produkte zu investieren, die ihnen sonst vielleicht nicht offenstehen. Auch gefällt mir der altruistische Gedanke mit denen manche Investments eingegangen werden, um eine Idee, die kommerziell vielleicht nicht verheißungsvoll erscheint, zu realisieren.

Die Art und Weise wie Crowdfunding aktuell jedoch – nach sechs, sieben Jahren nach dem Start – europaweit betrieben wird, gefällt mir nicht. Was mich stört, kann ich leider nicht in einem Satz zusammenfassen. Es sind viele kleine Punkte, die in Ihrer Gesamtheit den Crowdfundingmarkt weniger attraktiv machen als er sein könnte, und ihn für mich im Moment sogar unattraktiv macht:

 

1 Der Dealflow ist zu unübersichtlich

Es gibt laut crowdfunding.de aktuell 55 Plattformen in Deutschland (manche mehr, manche weniger aktiv und nicht alle mit Start-ups als Fokus). Um Informationen über neue Investments zu erhalten, muss man auf jeder dieser Plattformen ein eigenes Nutzerprofil unterhalten. Um über neue Investmentmöglichkeiten informiert zu bleiben, muss ich regelmäßig die Plattformen besuchen oder mich für deren Newsletter einschreiben.

Dieser Kritikpunkt wird teilweise durch Aggregatoren wie Crowdexplorer oder Crowdcircus gelindert. Deren Auftritte enthalten aber auch nur in begrenztem Umfang wichtige Informationen, die für die Investitionsentscheidung relevant sind. Aggregatoren helfen also bislang auch nur darüber informiert zu sein, was im Regal steht, aber nicht, was in der Verpackung steckt.

 

2 Die Analyse von Angeboten (über verschiedene Plattformen hinweg) ist nur bedingt möglich

Da die Investmentverträge der einzelnen Plattformen teilweise sehr unterschiedliche Risiko- und Renditebestandteile enthalten, muss für jede Plattform zur Analyse der Investments ein eigenes Modell gestrickt werden, um die Fundings einer Plattform bewerten und untereinander vergleichen zu können.

Dies wird auch nicht dadurch vereinfacht, dass seitens der Plattform Planzahlen regelmäßig zwar tabellarisch aber nicht exportierbar (bspw. als Excel) angeboten werden. Zahlen müssen also abgetippt werden. Ganz zu schweigen von der Möglichkeit seitens der Plattform Tools zur finanziellen Analyse zur Verfügung zu stellen (wobei das vielleicht auch nicht der richtige Ort dafür ist; siehe Interessenkonflikt).

Eine Vergleichbarkeit der Angebote verschiedener Plattformen untereinander, würde dadurch aber auch nicht ermöglicht. Es gäbe zwar Möglichkeiten, verschiedene Angebote untereinander zu vergleichen; die meisten aber haben immer mindestens einen Haken – in der Regel, dass der Vergleich nicht risikoadjustiert ist oder dass mit übermäßig vielen Annahmen gearbeitet werden muss.

 

3 Informationsdefizit

Der kleine Anleger hat ein offensichtliches Informationsdefizit gegenüber dem Unternehmen, welches finanziert werden möchte. Das ist erstmal doof, aber nicht kriegsentscheidend. Mein Kritikpunkt ist, dass meines Erachtens und Wissens nicht genug versucht wird, um dieses Informationsdefizit zu minimieren.

Die Anlagealternative Börse ist da ein gutes Gegenbeispiel. Mir ist bewusst, dass allein der Aufwand diese Art der Informationstransparenz herzustellen von Start-ups nicht zu stemmen ist, aber möchte ich auch mal festhalten, dass ich über die wirtschaftliche Beschaffenheit eines börsengelisteten Unternehmens als Nicht-Investor mehr erfahren kann, als als Investor in einem von der Crowd gefundeten Unternehmen.

Nochmal: Börsentransparenz soll nicht das Ziel sein! Dennoch gibt es genug Stellschrauben für Plattformen und gefundete Unternehmen, um Transparenz zu erhöhen. Das würde damit anfangen, dass Plattformen eine gewisse DueDiligence ggü. ihren Investoren anbieten würden und die Art Ihrer DueDiligence auch kommunizieren. Teilweise werden Prüfungsleistungen sicherlich heute schon erbracht. Schließlich geht es auch für die Plattformen darum, Schaden vom eigenen Unternehmen abzuwenden.

Für die finanzierten Unternehmen betrifft die Kritik dagegen gar nicht so sehr den Zeitraum vor der Investition. Zu diesem Zeitpunkt sind die Unternehmen häufig noch sehr auskunftsbereit (oder man entscheidet sich als Investor einfach gegen eine Investition). Vielmehr stört mich, dass einigen Unternehmen nach Investition ihre Informationsfreude vergeht, teilweise sogar in einem Maße, der nicht den vertraglichen Pflichten der Unternehmen entspricht…

Vertraglich hat ein Investor dann häufig keine weiteren Mittel als außerordentlich zu kündigen. Automatische Sanktionsmechanismen können hier Abhilfe schaffen, sind aber nicht in den Verträgen vorgesehen.

 

4 Die Rendite ist einfach zu mager

Wer meine Performanceupdates verfolgt, dass ich bislang (mathematisch unsauber) auf eine Gesamtrendite von ca. 110% komme. Da geht es mir schonmal wesentlich besser als vielen anderen, die womöglich eine ‚negative Rendite‘ vorzuweisen haben. Bei mir ist die Gesamtrendite im Wesentlichen aber auch auf ein einziges sehr erfolgreiches Investment zurückzuführen. Hätte ich das nicht gehabt, stünde ich bei etwa 6% Gesamtperformance. Das ist schon ein Unterschied…

Annualisiert komme ich auf eine niedrige zweistellige Rendite. Wenn ich das vergleiche, was man mit Standardaktien im selben Zeitraum verdient hätte, muss ich sagen, ist das zwar fast akzeptabel akzeptabel, aber dennoch hätte ich die Zeit, die ich in Crowdinvesting gesteckt habe, dann doch lieber am Baggersee gelegen. Für den Aufwand, die Laufzeit, die Liquidität und natürlich das Risiko fühle ich mich als Investor einfach nicht adäquat entlohnt (was aber auch stark mit Punkt 7 zusammenhängt).

 

5 Steuern

Wenn man auf eine Investmentform schimpft, dann können Steuern nicht weit sein. Mein Problem ist aber nicht das Steuerzahlen an sich (so viel zu versteuern gibt es ja auch nicht; siehe Rendite). Mein Kritikpunkt ist, dass ich mir die Steuern je Plattform selber zusammenrechnen muss. Einige haben zwar eine Erträgnisaufstellung, die sie liefern, aber der Standard ist das nicht. Hinzukommt, dass die steuerliche Behandlung der Erträge nicht immer klar ist/war/kommuniziert wurde.

Plattformen könnten Abhilfe schaffen, indem sie aggregiert Steuern berechnen je Anleger, tun sie aber wie gesagt selten. Die seitens der Start-ups bereitgestellten Information können bei Ausschüttungen und besonders Rückzahlungen auch besser sein.

 

6 Interessenkonflikte bleiben ungelöst

Das Hauptinteresse von Unternehmen ist Profit- und damit Umsatzgenerierung. Plattformen verdienen in erster Linie an der Provision, die finanzierte Unternehmen in Abhängigkeit von der Fundingsumme an sie zahlen. Das Hauptinteresse von Plattformen liegt also an abgeschlossenen erfolgreichen Fundings. Die Performance der Anleger ist da eher von nachgelagertem Interesse. Dieser Interessenkonflikt kann durch einen Gleichlauf von Interessen, bspw. über eine Carryvereinbarung, gelindert werden.

Eine absolute Lösung des Interessenkonfliktes ist auch nicht möglich, ich hätte mir aber mehr Linderung gewünscht, z.B. über mehr Transparenz und die Schaffung gleicher Interessen. Bspw. könnte die Plattform ihre Transaktionsgebühr mehr über die Zeit strecken und von Milestones des Unternehmens abhängig machen.

Hinzukommt, dass die einzigen Fürsprecher der Anleger im Zweifel die Verbraucherschutzbehörden sind. Damit gibt es keine Instanz, die die Interessen der Kleinanleger (sinnvoll) vertritt.

 

7 Administration bestehender Investments zu aufwendig

Neben Punkt 1 und 2 ist dieser Punkt der Wichtigste für mich: Die Verwaltung der Investments, wenn man es denn richtig machen wöllte, dauert einfach zu lang. Dieses Problem war auch ein bisschen die Basis für diesen Blog. Ich wollte mich zwingen, mich mit dem Thema mehr auseinanderzusetzen, damit ich Zeit in die Pflege meines Portfolios stecken würde. Das ist mir leider nur begrenzt gelungen. Das Monitoring, die Portfoliosteuerung und die Performancemessung sind selbst mit Excel noch zu aufwendig, als dass es sich lohnen würde.

 

Von den oben angesprochenen Punkten beziehen sich viele auf den Markt als solches und sind bei einem jungen Markt zu erwarten. Die Frage ist nur, ob wir nicht langsam an einem Punkt angekommen sind, wo man mehr erwarten könnte. Von den plattformbezogenen Kritikpunkten sind die meisten Plattformen betroffen; manche mehr, manche weniger. Sollten sich einzelne Plattformen im Markt durchsetzen, dürften sich einige Probleme aufgrund der Größe von alleine lösen. Die einzelnen Plattformen müssen größer werden.

Gleichzeitig muss sich eine Instanz etablieren, die es den Anlegern erleichtert, den Dealflow zu überwachen, einzelne Deals zu analysieren und ihr Portfolio zu beobachten, zu steuern und zu messen. Vielleicht wachsen einige der Aggregatoren in diese Rolle hinein. Vielleicht wird Crowdfunding.de auch die eine oder andere Rolle als Marktakteur einnehmen. Das Potential wäre vorhanden.

Solange die oben angesprochenen Kritikpunkte jedoch valide sind, werde ich – wenn überhaupt – nur sehr selektiv investieren. Damit findet auch dieser Blog hier leider sein Ende. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich habe einige nette Menschen kennengelernt und großartige Unterhaltungen geführt. Der Austausch mit der Community per Mail war ertragreicher als ich das im Vorfeld erwartet hatte. Das wird mir fehlen.

Solltet ihr jemanden kennen, der sich damit beschäftigt, einige der oben aufgeführten Probleme zu lösen, und wollt einen Kontakt herstellen: Ich helfe gerne!

Bis dahin wünsche ich euch weiterhin gute Renditen und viel Spaß am Investieren!

Enrico

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Performanceupdate Q4/17 http://www.derstartupinvestor.de/2018/03/performanceupdate-q4-17/ http://www.derstartupinvestor.de/2018/03/performanceupdate-q4-17/#respond Fri, 30 Mar 2018 10:11:24 +0000 http://www.derstartupinvestor.de/?p=688 Der Beitrag Performanceupdate Q4/17 erschien zuerst auf Der Start-up Investor.

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Performanceupdate Q4-17

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Start-ups der Crowd fallen seltener aus http://www.derstartupinvestor.de/2018/01/start-ups-der-crowd-fallen-seltener-aus/ http://www.derstartupinvestor.de/2018/01/start-ups-der-crowd-fallen-seltener-aus/#respond Tue, 02 Jan 2018 20:28:13 +0000 http://www.derstartupinvestor.de/?p=673 Die FAZ und Fundernation (und sicherlich noch viele andere) haben letztes Jahr darüber berichtet, dass Start-ups der Crowd seltener ausfallen, als andere Start-ups. Beide haben sich dabei auf eine Studie

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Die FAZ und Fundernation (und sicherlich noch viele andere) haben letztes Jahr darüber berichtet, dass Start-ups der Crowd seltener ausfallen, als andere Start-ups. Beide haben sich dabei auf eine Studie des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb bezogen.

Was mich häufig aufregt (aber nicht Thema dieses Artikels sein soll), ist, wenn insbesondere überregionale Nachrichtenseiten sich auf Studien beziehen und diese dann nicht verlinken. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass eine Studie aus dem Zusammenhang gerissen oder – alternativ – unabsichtlich falsch verstanden wurde.

In diesem Fall ist das besonders schade, weil der Artikel „Success and Failure in Equity Crowdfunding“ von Lars Hornuf und Matthias Schmitt wirklich gut geschrieben und vor allem erkenntnisreich ist. Der Artikel kommt nämlich zu einer Fülle von Einsichten, die darüber hinausgehen, dass Start-ups der Crowd besser performen…

Anmerkung: Der Artikel wurde im Juni 2016 veröffentlicht. In der Zwischenzeit hat sich sicherlich eine Menge getan. Dennoch finde ich den Artikel lesens- und empfehlenswert.

Absicht der Verfasser

Tatsächliches Ziel der Untersuchung war es, festzustellen, ob Equity Crowdfunding überhaupt relevant ist, d.h. ob es eine Lücke im Finanzierungsprozess von Unternehmen füllt, oder ob die Unternehmen, die zum Crowdinvesting kommen, generell nicht finanziert werden sollten.

Um dies zu überprüfen, haben sich die Autoren aufgemacht und die Erfolgsquote der Unternehmen sowie das Auftreten von vorherigen und nachfolgenden Investments durch Venture Capital und Business Angels studiert. Dabei haben sie sich aufgrund der Größe der Märkte auf Deutschland und UK beschränkt, dort aber jeweils nahezu den gesamten Markt abgedeckt.

Marktentwicklung in Deutschland und UK

Die Autoren legen das Grundwerk ihrer Arbeit bei der Beschreibung der Marktentwicklung in den beiden beobachteten Märkten. Dabei hat das Equity Crowdfunding zeitgleich im Herbst 2011 seinen Ursprung.

In dem Zeitraum vom September 2011 bis Jahresende 2015 wurden in Deutschland 303 Kampagnen auf 22 Plattformen gestartet. Davon waren 210 erfolgreich, 54 erfolglos und bei 39 konnte der Status nicht ermittelt werden. Für UK wurde lediglich festgestellt, dass 423 Kampagnen erfolgreich abgeschlossen wurden.

Trotz der höheren Anzahl der Kampagnen kann man, bei Vergleich der deutschen Volumina (52 Mio. €) mit den englischen Volumina (ohne numerische Angabe) zu dem Schluss kommen, dass sich der deutsche Markt bis Jahresende 2013 schneller entwickelt oder zumindest ähnlich schnell entwickelt hat, wie der englische Markt.

Quelle: Hornuf, L. und Schmitt, M. (2016), “Success and Failure in Equity Crowdfunding”, CESifo DICE Report 2/2016 (June), S. 2.

Insolvenzen und Liquidierungen

Um die Relevanz von Equity Crowdfunding zu beurteilen haben die Autoren dann die Insolvenzrate der Start-ups analysiert. Diese wurde als Schätzer dafür untersucht, ob die schwarmfinanzierten Start-ups von generell ‚schlechterer Qualität‘ seien.

Es wurde festgestellt, dass ein durchschnittliches Start-up drei Jahre nach Gründung zum Crowdfunding kommt. Von den untersuchten Firmen, deren Funding im Beobachtungszeitraum lag, waren 85% der Firmen drei Jahre nach Gründung noch aktiv und befanden sich weiterhin 70% der Firmen auch vier Jahre nach Kampagnenende noch im laufenden Betrieb.

Die Autoren ziehen dann beim Vergleich mit dem KfW-Gründungsmonitor 2012 die Schlussfolgerung, dass die schwarmfinanzierten Start-ups nicht signifikant schlechter performen. Die KfW Studie kommt zu dem Schluss, dass der Anteil an noch aktiven Gründungen nach drei Jahren bei lediglich 68% liegt.

Hier hatte ich zumindest zu Beginn eine kleine Schwäche gesehen; schließlich sind die Beobachtungszeiträume doch sehr unterschiedlich. Die KfW stützt sich auf Befragungen aus den Jahren 2008 bis 2011; und verglichen mit dem Zeitraum 2012 bis 2015 waren die ökonomischen Bedingungen in diesen Jahren doch leicht härter. Mehr Insolvenzen wären also zu vermuten.

Allerdings verweist die KfW in aktuelleren Ausgaben des Gründungsmonitors auch auf die Stabilität der „3-30-Faustregel“. Demnach beenden 30% der Gründer im Laufe von drei Jahren ihre Existenzgründung wieder. Deshalb musste ich meinen Anflug leichter Kritik an dieser Stelle gleich wieder einfangen.

Die Autoren haben sich daraufhin auch kurz mit der Frage befasst, ob der Schwarm als Smart Money angesehen werden kann und haben die Insolvenzrate von erfolgreich finanzierten Unternehmen mit der Insolvenzrate von Unternehmen verglichen, deren Kampagnen gescheitert war. Dabei haben sie festgestellt, dass 13% der Unternehmen mit erfolgreichen Kampagnen ausfallen, verglichen mit einer Insolvenzrate von 17% bei den Unternehmen mit gescheiterten Kampagnen.

Fairerweise kommen sie selbst zu der Einschätzung, dass es sich hierbei auch um eine selbsterfüllende Prophezeiung handeln könnte. Schließlich erhalten die Unternehmen, deren Kampagnen scheitern, auch kein Kapital von der Crowd und ggf. fehlt es Ihnen dann an Liquidität, um den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten zu können.

Venture Capital und Business Angels

Die Autoren haben weiterhin untersucht, ob Unternehmen vor, während oder nach einer Kampagne Geld von VCs bzw. Business Angels erhalten haben. Da beim Crowdinvesting häufig B2C-Unternehmen Geld aufnehmen, sind am Ende viele Investoren gleichzeitig auch potentielle Kunden. Durch ihre Investition validieren die Investoren also zu einem gewissen Grad auch den Business Case. VCs und Business Angel nutzen daher Equity Crowdfunding als Screening-Mechanismus um gute Projekte auszuwählen.

Hierbei haben sie festgestellt, dass Unternehmen in UK eher vor und Unternehmen in Deutschland eher nach einer Crowdfundingrunde VC- bzw. BA-Kapital erhalten. In den seltensten Fällen erfolgt die Finanzspritze während einer Kampagne, wobei gerade dies den Erfolg der Kampagne selbst positiv beeinflussen könnte.

Exit-Möglichkeiten

Der Abschnitt ‚exit opportunities‘ ist meines Erachtens der schwächste Teil des Artikels. Ich hatte sogar kurzfristig überlegt ihn in dieser ‚kommentierten Zusammenfassung‘ nicht zu erwähnen. Ich habe mich aber der Transparenz halber dagegen entschieden. Die beiden Verfasser präsentieren in diesem Abschnitt die Exit-Angebote, die die Crowd bis zu diesem Zeitpunkt erhalten hatte.[1]

Dabei gehen sie Erklärung der Motivation für die Rückkaufangebote berechtigterweise auf die Komplexität ein, mit welcher Unternehmen zu kämpfen haben, wenn Crowdinvestoren als Einzelpersonen Teilhaberechte aus ihren Investmentverträgen gültig machen können.

Allerdings haben sie dann versucht, die Attraktivität der ‚Assetklasse Equity Crowdfunding‘ in Deutschland anhand der genannten Exits zu bewerten. Angenommen ein Investor hätte in alle Kampagnen den gleichen Betrag investiert, hätte er bis Ende 2015 einen Gesamt-ROI von -23,2% eingefahren. Zinsen wurden bei dieser Berechnung übrigens unberücksichtigt gelassen.

Nun muss ich zugeben, dass es verdammt schwer ist, eine vernünftige Marktrendite zu berechnen. Trotzdem hat die Berechnung der Autoren meines Erachtens so gut wie keine Aussagekraft. Ich möchte damit nicht ausschließen, dass die Marktrendite beim Crowdinvesting sehr wohl negativ sein kann. Allerdings sind die Rückkaufangebote keine besondere oder zumindest nicht die einzige relevante Renditekomponente.

Diese -23,2% Gesamt-ROI des deutschen Marktes werden im Übrigen dann noch mit einer Studie des britischen Marktes in Verbindung gesetzt. In dieser Studie wurde die Performance annualisiert angegeben und zudem durch eine andere Methodik ermittelt. In der Studie von Andrea Signori und Silvio Vismara wurden nämlich u.a. die Bewertungen von Folgefinanzierungen crowdfinanzierter Unternehmen als Bewertungsmaßstab angesetzt. Infolge der Methodik zeigt der britische Markt nicht ganz überraschend eine höhere Marktrendite (+8,8% p.a.). Wie bereits angedeutet, vergleichen kann man die Renditen aufgrund der unterschiedlichen Herangehensweisen meines Erachtens keineswegs.

Ausblick

Die Studie endet mit einem interessanten und meiner Meinung nach heute noch gültigem Ausblick:

Die Autoren stellen fest, dass trotz der verhältnismäßig niedrigen Insolvenzen, die bisherigen Renditen enttäuschend seien. Da Investoren im Equity Crowdfunding – im Gegensatz zu anderen Crowdfundingvarianten – jedoch eine finanzielle Rendite erwarten, würden sie sich aus dem Bereich Equity Crowdfunding früher oder später zurückziehen, außer die Renditesituation verbessert sich in naher Zukunft. Die Argumentation hat der eine oder andere sicherlich schon einmal gehört oder gelesen. Die stagnierenden Volumina der letzten Jahre im Start-up Bereich gehen zum Teil gewiss auch darauf zurück.

Fazit

Gute Studie mit einer Vielzahl von interessanten Fragestellungen und Antworten. Falls du des Englischen mächtig bist: Es lohnt sich (hier nochmal der Link). Alternativ hast du obenstehend eine Zusammenfassung. Das sollte auch ausreichen, um die Hauptpunkte mitzunehmen. Die verlinkten Artikel – teilweise in englischer Sprache – kann ich dir größtenteils auch empfehlen. Wenn du ähnliche Studien kennst oder sogar selber durchgeführt hast: Immer her damit!

Bis dahin wünsche ich dir einen guten Start ins Jahr 2018 und viel Erfolg!

 

[1] Bestehend aus Smarchive, Bloomy Days, Companisto, LeaseRad, Cashboard, 5 Cups und Lottohelden.

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Performanceupdate Q3/17 http://www.derstartupinvestor.de/2017/12/performanceupdate-q317/ http://www.derstartupinvestor.de/2017/12/performanceupdate-q317/#respond Thu, 28 Dec 2017 12:43:00 +0000 http://www.derstartupinvestor.de/?p=666 Der Beitrag Performanceupdate Q3/17 erschien zuerst auf Der Start-up Investor.

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Die Langfristbörse http://www.derstartupinvestor.de/2017/11/die-langfristboerse/ http://www.derstartupinvestor.de/2017/11/die-langfristboerse/#respond Sat, 11 Nov 2017 09:54:55 +0000 http://www.derstartupinvestor.de/?p=654 Wertpapierbörsen dienen den meisten vorrangig nicht zur Emission von Wertpapieren, sondern ermöglichen – wie der Name schon andeutet – einen Zweitmarkt, an dem Anleger mit geringem Aufwand und möglichst niedrigen…

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Wertpapierbörsen dienen den meisten vorrangig nicht zur Emission von Wertpapieren, sondern ermöglichen – wie der Name schon andeutet – einen Zweitmarkt, an dem Anleger mit geringem Aufwand und möglichst niedrigen Kosten Wertpapiere kaufen und verkaufen können.

Das Problem

Die Einfachheit, eine Aktie jederzeit kaufen und verkaufen zu können, führt dazu, dass nicht jeder Anleger das Langfristinteresse des Unternehmens im Sinn hat. Ganz im Gegenteil: Teil des Problems, dass Unternehmen Schwierigkeiten haben, konsistent in Innovationen zu investieren, ist der Druck des Marktes kurzfristige Wachstums- und Profitziele zu erreichen. Dieser Ansicht ist wenigstens Eric Ries, der vielen sicherlich als Autor des Bestsellers Lean Start-up bekannt ist. Außerdem hat er 2015 die Long-Term Stock Exchange (LTSE) gegründet.

Den Rückgang von gelisteten Unternehmen – seit 1996 hat sich die Anzahl der gelisteten US-Unternehmen halbiert – führt er in großen Teilen darauf zurück, dass heutige Unternehmen gar nicht mehr an die Börse gehen wollen. Unternehmen wollen nicht die Kontrolle verlieren, wollen nicht von Quartal zu Quartal denken, und sie wollen sich auch nicht vom Auf und Ab und schrillem Gekreische von aktivistischen Investoren ablenken lassen. Die Argumentation erscheint auch verständlich und nachvollziehbar, aber was soll die Alternative für große kapitalsuchende Unternehmen sein?

Die Lösung

Eric Ries wünschte sich eine Börse, die langfristige Wertschöpfung fördert, und mit der LTSE hofft er genau dies geschaffen zu haben. Finanziert wurde er dabei unter anderem von Valley-Größen wie Marc Andreessen, Reid Hoffman und Steve Case.

Die LTSE hat sich wie der Name schon sagt dem Langfristdenken verschrieben. Die größte Änderung gegenüber „herkömmlichen Börsen“ ist die Stimmrechtverteilung unter den Investoren. Das sog. „tenure voting“ stattet diese Investoren, die eine Aktie länger halten, mit mehr Stimmrechten aus als Investoren, die erst seit kurzem in dem Unternehmen investiert sind. Andere Änderungen betreffen bspw. das Vergütungssystem („variable Vergütung des Managements darf nicht von Kurzfristzielen abhängen“) oder die Offenlegungspflichten („keine permanente Forward-Guidance“).

Die Beurteilung

Die Befürworter der LTSE sehen in ihr selbstverständlich die Antidote zur Wall Street und dem damit verbundenen Kurzfristdenken. Gleichzeitig erhoffen sie sich, dass die LTSE großen privaten Unternehmen wie Airbnb und Uber einen Anreiz bietet Kapital an der Börse aufzunehmen. Kritikern erscheint die LTSE als ein weiteres Vehikel, welches mächtigen Valley Investoren die Möglichkeit gibt, die Kontrolle zu erhalten und zu übernehmen.

Ich freue mich ehrlich gesagt darüber, dass dieses Experiment gewagt wird, weil ich die Idee extrem spannend finde. Ob es von Erfolg gekrönt wird oder nicht, wage ich nicht hervorzusagen, aber ich sehe durchaus potentielle Probleme bei der Liquidität und der Preisfindung. Startschuss soll 2018 sein. In ein paar Jahren werden wir mehr wissen.

Deine Sicht auf die LTSE

Was denkst du? Wird die LTSE erfolgreich den Kapitalmarkt auf den Kopf stellen? Wird es eine Koexistenz von zwei Systemen geben oder ist die LTSE zum Scheitern verurteilt?

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Der Einfluss der Makroökonomie auf Start-ups http://www.derstartupinvestor.de/2017/10/der-einfluss-der-makrooekonomie-auf-start-ups/ http://www.derstartupinvestor.de/2017/10/der-einfluss-der-makrooekonomie-auf-start-ups/#comments Tue, 24 Oct 2017 13:26:17 +0000 http://www.derstartupinvestor.de/?p=648 Ein Themengebiet, mit dem ich mich in meiner Freizeit (neben Start-ups) gerne beschäftige, ist die Makroökonomie, also die gesamtwirtschaftliche Lage. Da ich erst seit 2011 in Start-ups investiere, habe auch…

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Ein Themengebiet, mit dem ich mich in meiner Freizeit (neben Start-ups) gerne beschäftige, ist die Makroökonomie, also die gesamtwirtschaftliche Lage. Da ich erst seit 2011 in Start-ups investiere, habe auch ich noch keinen wirtschaftlichen Abschwung als Start-up Investor miterlebt. Dieser wird aber unweigerlich kommen, da sich die Konjunktur zyklisch verhält. Jeder Aufschwungphase folgt nun mal auch eine Abschwungphase. Die Frage lautet also nicht „ob“, sondern „wann“ wir eine Rezession haben werden.

Zwar sitze ich nicht jeden Abend in meinem Arbeitszimmer und philosophiere über einen möglichen Abschwung, aber ich stelle doch fest, dass wir uns bereits seit langem in einer Expansionsphase befinden und sich global die Zeichen verdichten, dass die wirtschaftliche Gegenwart und Zukunft eventuell besser eingeschätzt werden, als das vielleicht angemessen erscheint. An potentiellen Auslösern für eine Rezession mangelt es sicher auch nicht.

Potentielle Effekte eines Abschwungs

Womit sich für mich die Frage stellt: Was für einen Einfluss hat ein wirtschaftlicher Abschwung auf die Start-up Welt?

  • Die Anzahl der Gründungen steigt: Da mehr Leute ihre Arbeit verlieren oder keine angemessene Arbeit angeboten bekommen, gehe ich davon aus, dass auch mehr Leute das Risiko einer Gründung eingehen. Die Qualität der Innovationen wird aber vermutlich eher stabil bleiben. Nicht jeder, der in einer Rezession gründet, gründet mit einer innovativen Idee.
  • Qualität der Arbeitskräfte steigt: Das bezieht sich nicht generell auf die Arbeiterschaft, sondern vielmehr auf die Kräfte, die einem Start-up dann zur Verfügung stehen. Plötzlich sind großartige Mitarbeiter auf dem Markt, die vorher nicht bezahlbar waren. Zwar werden Toptalente weiterhin gesucht sein, aber vermutlich wird es aufgrund der höheren Bewerberdichte ‚einfacher‘, an gute Leute heranzukommen.
  • Angel-Finanzierungen nehmen ab: Sobald der Aktienmarkt und evtl. der Immobilienmarkt oder andere Wertanlagen an Wert verlieren, werden Business Angels den Effekt in ihrem eigenen Portfolio spüren und zurückhaltender investieren. Andere Akteure werden eventuell auch ihre Volumina leicht reduzieren, aber Angel dürften am härtesten betroffen sein.
  • Zombies nehmen zu: Unternehmen, die sich gerade so halten können, aber weder einen guten Gewinn machen noch attraktives Wachstum vorzuzeigen haben, werden zunehmen. Sie sind nicht mehr auf Finanzierung angewiesen, aber bräuchten für einen Wachstumsschub viel Kapital, was zum benötigten Preis nicht auffindbar sein wird, denn ->
  • Unternehmensbewertungen gehen runter: Da die börsennotierten Wertpapiere an Wert verlieren, werden sie aus puren Renditegesichtspunkten attraktiver als Start-ups. Die Unternehmensbewertungen von Start-up Finanzierungen werden sich daher anpassen müssen.
  • Unternehmen fokussieren sich: Produkte, die auf einem Wachstumspfad sind, werden optimiert, und die nice-to-haves werden erstmal nicht berücksichtigt. Dadurch verengt sich der Fokus, was tendenziell eine gute Sache ist, da Unternehmen mehr Ressourcen in die wichtigen Produkte stecken.

Obige Liste ist sicherlich nicht abschließend und auch nicht hoch wissenschaftlich zusammengetragen worden. Dennoch lassen sich meiner Meinung nach einige gute Schlüsse ziehen.

Fazit

Als Investoren werden wir vermutlich mehr Verluste erleiden, da mehr Zombies ausfallen oder Darlehen lediglich zum Nennwert zurückzahlen werden. Gleichzeitig sollte sich der Dealflow verbessern, da – ceteris paribus – mehr Gründungen zu tendenziell niedrigeren Preisen finanziert werden.

Für mich persönlich bedeutet das, dass ich aktuell mein Pulver eher trocken halte. Das kannst du auch ganz gut an einem Vergleich der letzten Performanceupdates ablesen.

Was noch? Welche Effekte hat die Makroökonomie deiner Meinung nach noch auf Start-ups und was bedeutet das ggf. für uns Investoren? Hinterlasse einen Kommentar oder schick mir eine E-Mail an enrico@derstartupinvestor.de.

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Der Crowdinvesting-Zweitmarkt und seine Herausforderungen http://www.derstartupinvestor.de/2017/10/der-crowdinvesting-zweitmarkt-und-seine-herausforderungen/ http://www.derstartupinvestor.de/2017/10/der-crowdinvesting-zweitmarkt-und-seine-herausforderungen/#comments Sun, 15 Oct 2017 07:25:40 +0000 http://www.derstartupinvestor.de/?p=642 Das Konzept des Crowdinvesting-Zweitmarkts hat dieses Jahr wieder Fahrt aufgenommen, als Seedrs und Crowdcube verkündet haben, einen Zweitmarkt für ihre Fundings einzuführen. Da ich nur auf Seedrs aktiv bin, beschränke

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Das Konzept des Crowdinvesting-Zweitmarkts hat dieses Jahr wieder Fahrt aufgenommen, als Seedrs und Crowdcube verkündet haben, einen Zweitmarkt für ihre Fundings einzuführen. Da ich nur auf Seedrs aktiv bin, beschränke ich mich in meinen Ausführungen auf den Seedrs Zweitmarkt, der offiziell noch in der Betaphase ist.

Die Entwicklung von funktionierenden Zweitmärkten, auf denen Kauf und Verkauf regelmäßig möglich sind, halte ich für imminent wichtig, um das Crowdinvesting als Industrie langfristig zu etablieren. Jede Plattform, die dieses Projekt angeht, steht jedoch vor großen Herausforderungen: Informationsasymmetrie, Abwicklung, Preissetzung und Liquidität.

Informationsasymmetrie

Wer darf von wem kaufen? Schließlich hat der Investor, der bereits Anteile hält, einen immensen Informationsvorsprung gegenüber jedem neuen Investor. Diese Informationsasymmetrie könnte ein Alt-Investor ausnutzen, um sich Vorteile beim Verkauf zu verschaffen. So könnte er beispielsweise seine Anteile in einer Liquiditätskrise des Start-ups an den Neuinvestor verkaufen, der von dieser Krise gar nichts weiß.

Seedrs löst dieses Problem aktuell dadurch, dass nur bestehende Investoren untereinander handeln dürfen. Folgerichtig wurde das Problem der Informationsasymmetrie umgangen, da alle Investoren Zugang zu denselben Informationen haben (sollten). Gleichzeitig wurde jedoch der Kreis potentieller Käufer verkleinert und damit dem Markt Liquidität entzogen.

Ein zweiter Weg zur Behebung der Informationsasymmetrie könnte eine Due Diligence seitens des potentiellen Investors sein. Das verstößt aber üblicherweise gegen die Verträge mit dem Start-up, welche den Alt-Investor zur Geheimhaltung verpflichten. Großflächig kann der Weg über eine Due Diligence nur erfolgreich sein, wenn dieser Prozess von der Plattform gesteuert wird, welche den Zweitmarkt betreibt. Ein solches Modell habe ich allerdings noch nicht gesehen, und dürfte wohl auch nur unter Zustimmung des finanzierten Start-ups erfolgen. In diesem Szenario würde also vermutlich die Marktbreite leiden.

Preissetzung und Liquidität

Sollte der Preis von einem Market Maker oder einer anderen dritten Partei gesetzt werden oder sollten die Marktfunktionen den Preis bestimmen?

Bei einer Preissetzung durch einen Market Maker ist das erste Problem, jemanden zu finden, der diese Bürde überhaupt auf sich nehmen möchte. Ein Market Maker würde das Problem haben, dass er einerseits Spreads stellen muss, die für Investoren attraktiv sind, und gleichzeitig ein großes Ausfallrisiko hält, da er ein Portfolio an Anteilen halten muss, welches ihn auch in die Lage versetzt, jederzeit Anteile kaufen und verkaufen zu können. Das Ganze scheint mir ein kleinvolumiges Geschäftsfeld mit hohen operativen Kosten zu sein, was mir nur sehr schwer darstellbar scheint. Vom potentiellen Risiko möchte ich gar nicht sprechen.

Sollte der Preis von einer dritten Partei festgelegt werden, die nicht die Gegenseite des Geschäfts einnimmt, stellt sich immer die Frage nach dem ‚fairen Preis‘ sowie potentiellen Interessenkonflikten. Eine dritte Partei, die nicht die Plattform selbst ist, dürfte zudem ‚aus politischen Gründen‘ keinen allzu abweichenden Bewertungsansatz als die Plattform verfolgen. Schließlich würden Investoren sehr schnell auf die Barrikaden gehen, sollten sie ihre gerade auf der Plattform über das Funding erworbenen Anteile auf dem Zweitmarkt für nur die Hälfte verkaufen können.

Für das Szenario öffentlicher Markt dürfte die Markttiefe nicht ausreichend sein, um einen liquiden Markt zu schaffen, der dem öffentlichen Kapitalmarkt ähnelt. Es bliebe noch die Variante über Auktionen bei denen Investoren auf Anteile anderer Investoren bieten könnten. Dieser Prozess könnte ähnlich ablaufen wie bei Aktien- oder Anleiheemissionen mit festgelegtem Zeit- und Preisfenster.

Abwicklung

Dies ist – glaube ich – das aktuelle Hauptproblem auf Investorenseite. Ein Kauf oder Verkauf von nicht am öffentlichen Markt gehandelten Produkten involviert stets eine Menge Papierarbeit. Hinzu kommt für viele Anleger die rechtliche Komplexität. Das Papier muss im schlimmsten Fall noch mehrmals postalisch verschickt werden, sodass sich am Ende der Transaktion auch alle Unterschriften dort befinden, wo sie stehen sollen. Dies schafft einerseits operativen Aufwand und zudem auch Kosten.

Es müssten also plattformseitig standardisierte Prozesse und Dokumente geboten werden, die eine – vorzugsweise komplett digitale – Abwicklung ermöglichen. Ohne diese Grundvoraussetzungen dürfte sich ein halbwegs tiefer Zweitmarkt für die eher kleinvolumigen Investments der Crowdinvestoren nicht darstellen lassen. Der Aufwand dürfte den Meisten schlicht und einfach nicht gerechtfertigt erscheinen.

Fazit

Mal ganz unabhängig von der Frage, ob ein Crowdinvesting-Zweitmarkt sinnvoll ist, erscheint es eine extreme Herausforderung, dies plattformseitig auf eine Art und Weise darzustellen, die alle Seiten zufrieden stellt.

Was ist deine Meinung? Welche Herausforderungen stellen sich den Plattformen und/oder Investoren noch entgegen?

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Performanceupdate Q2/17 http://www.derstartupinvestor.de/2017/08/performanceupdate-q217/ http://www.derstartupinvestor.de/2017/08/performanceupdate-q217/#respond Sat, 26 Aug 2017 11:09:04 +0000 http://www.derstartupinvestor.de/?p=626 Der Beitrag Performanceupdate Q2/17 erschien zuerst auf Der Start-up Investor.

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Companisto erhöht Mindestinvestmentschwelle auf 100 EURO http://www.derstartupinvestor.de/2017/07/companisto-erhoeht-mindestinvestmentschwelle-auf-100-euro/ http://www.derstartupinvestor.de/2017/07/companisto-erhoeht-mindestinvestmentschwelle-auf-100-euro/#comments Sat, 29 Jul 2017 16:00:53 +0000 http://www.derstartupinvestor.de/?p=614 Im Grunde genommen sagt der Titel bereits alles: Companisto hat den Mindestbetrag für Investments auf ihrer Plattform auf 100 € angehoben. Die beiden Geschäftsführer, David Rhotert und Tamo Zwinge, führen…

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Im Grunde genommen sagt der Titel bereits alles: Companisto hat den Mindestbetrag für Investments auf ihrer Plattform auf 100 € angehoben. Die beiden Geschäftsführer, David Rhotert und Tamo Zwinge, führen in dem dazugehörigen Blogpost die Ergebnisse ihrer Investorenumfrage als Hauptgrund an und sagen gleichzeitig, dass sie sich auf ihre (ebendiese) Kernzielgruppe fokussieren wollen.

Ich finde das plausibel und ehrlich gesagt empfinde ich auch, dass der Schritt nicht nur verständlich sondern notwendig war. Selbstverständlich kann sich der Spaßcompanist jetzt aufregen und sagen „Jetzt investiere ich da nicht mehr!“ …und das sicherlich auch nicht zu Unrecht.

Die Frage ist aber: Wo soll Companistos Reise hingehen? Möchte man ein Kickstarter für Start-ups sein, das Spaßinvestoren anzieht, die grundsätzlich keine Rendite erwarten? Oder möchte man sich als Plattform für wenigstens halbwegs ernstzunehmende Investoren etablieren?

So gesehen finde ich den Schritt von Companisto richtig und wichtig. Der Spagat zwischen den beiden Welten ist nämlich unheimlich schwer. Natürlich entfällt der Plattform auch administrativer Aufwand, wenn die Losgrößen größer werden. Auch das finde ich aber legitim und sollte am Ende allen Investoren zu Gute kommen.

Ich bin aber mal gespannt, wie ihr das seht. Die Kommentare unter dem Blogpost sind begrenzt. Ein Kommentar kommt vermutlich aus der Spaßinvestor-Fraktion. Der andere Kommentar wirft die Frage auf, warum gleichzeitig die Stückelung auf 100€ angehoben wurde, d.h. man kann nur noch in 100er Schritten investieren.

Wie findet ihr den Schritt? Ist 100 € Mindestinvestment zu hoch/zu niedrig oder genau richtig?

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Performanceupdate Q1/17 http://www.derstartupinvestor.de/2017/07/performanceupdate-q117/ http://www.derstartupinvestor.de/2017/07/performanceupdate-q117/#respond Sat, 22 Jul 2017 14:39:37 +0000 http://www.derstartupinvestor.de/?p=605 Der Beitrag Performanceupdate Q1/17 erschien zuerst auf Der Start-up Investor.

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Performanceupdate Q1-17

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