Mein erstes Unicorn

Vor einem Jahr habe ich noch mit einem gewissen negativen Subtext über die damalige Bewertung von BrewDog geschrieben. Das ist inzwischen aber komplett überholt. Die schottischen Brauer haben im April diesen Jahres noch einen draufgesetzt:

Die Private Equity Firma TSG Consumer Partners hat für einen Betrag von 264 Millionen $ einen Anteil von 23% an BrewDog plc erworben. Dadurch ergibt sich eine aktuelle Bewertung von 1,24 Milliarden $!

BrewDog hat aktuell circa 50 Bars weltweit und 2016 einen Umsatz von 92 Millionen $ erwirtschaftet. Die neue Partnerschaft mit TSG und die damit aufgenommenen Mittel sollen in erster Linie dazu eingesetzt werden, das weitere Wachstum zu finanzieren. Zusätzlich zur US-Expansion sollen noch zwei weitere Brauereien in Asien und Australien eröffnet werden. Darauf werden 124 Millionen $ verwendet werden. Die restlichen 140 Millionen $ werden unter den aktuellen Anteilseignern verteilt.

Die 55.000 Crowd-Investoren erhielten auch die Möglichkeit, Gewinne zu realisieren. Insgesamt konnte ein Investor bis zu 15% seiner Anteile (max. jedoch 40 Stück) zu der Bewertung von 1,24 Milliarden $ verkaufen. Die Investoren, die bereits in der ersten Finanzierungsrunde Equity for Punks I (EFP I) im Februar 2010 eingestiegen sind, können sich über einen Wertzuwachs von 2.765% freuen. Investoren, die letztes Jahr bei EFP IV gezeichnet haben, können immerhin noch 177% Rendite verzeichnen.

Die Gründer Martin Dickie und James Watt sind nach der Transaktion noch immer die größten Anteilseigner und kontrollieren das Unternehmen auch weiterhin. Ihre Anteile fallen jedoch von 35% auf 25% bzw. von 30% auf 22%. Dennoch könnte durch das Private Equity Investment ein bisschen das Punk Branding der Brauer leiden. Es gab kurz vor Bekanntgabe der Finanzierung sogar einen (recht amüsanten) offenen Brief der globalen Punk Community gegen das Unternehmen.

Fazit

Für BrewDog und seine Investoren ist die Finanzierung durch TSG eine tolle Geschichte. Ich freue mich natürlich auch, dass meine Anteile im Wert gestiegen sind, frage mich aber wohin die Bewertung noch steigen soll. Das ist wohl aber auch eine marktweite Frage. Die Bewertungen, die aufgerufen werden, machen es meiner Meinung nach Investoren momentan schwerer die Spreu vom Weizen zu trennen als bisher.

Was ist eure Meinung dazu? Findet ihr die Bewertung angemessen?

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