Diversifikation beim Investieren in Start-ups

Ich investiere mein Geld in Start-ups über Crowdinvesting. Dass das ist mit einem gewissen Risiko behaftet ist, dürfte allgemein bekannt sein. Damit kann ich aber leben. Gleichzeitig gibt es neben den Risiken der einzelnen Investments aber noch das Konzentrationsrisiko. Konzentrationsrisiko bedeutet, dass die Einzelengagements alle einer hohen Korrelation unterliegen.

Diese Korrelation kann sich aus vielen verschiedenen Merkmalen speisen: Anlageklasse, Währung, Anlageinstrument, Counterparty, Vertragstyp, etc. Um dieses Konzentrationsrisiko zu vermeiden oder zumindest zu minimieren, habe ich für mich persönlich ein Limitsystem eingerichtet. Diese Überlegung geht zurück auf die Portfoliotheorie von Markovitz. Demnach kann das Risiko eines Portfolios bei gleichbleibender Renditeerwartung durch Diversifizierung minimiert werden.

Dafür habe ich mir folgende Limite gesetzt: Insgesamt möchte ich nicht mehr als 10% meines Portfolios in Start-ups investiert sein; gleichzeitig möchte ich bei keiner Plattform mit mehr als 2% meines Portfolios investiert sein. Beim ersten Limit bin ich leicht drüber und auch das zweite Limit habe ich bei einer Plattform (deutlich) überschritten. Dafür gehe ich in beiden Fällen nun nur noch Investments ein, wenn wirklich alle Kriterien passen.

Zusätzlich habe ich auf Portfolioebene noch Länder- und Währungslimite, die aber bei den Start-ups relativ irrelevant sind, da die meisten Unternehmen, in die ich investiert habe und investiere, aus Deutschland kommen und dementsprechend die Anlage in EUR abgewickelt wird. Für diese beiden Merkmale habe ich mir keine Limite gesetzt.

Branchenlimite habe ich auf Portfolioebene ebenfalls. Bei Start-ups schaue ich mir die Branchen ehrlich gesagt aber nicht an, da a) die Investments je Start-up vergleichsweise gering sind (~0,1% des Portfoliowerts) und b) die Entwicklung des Start-ups weniger von der Branchenentwicklung abhängig ist als bei Unternehmen die bereits einen hohen Marktanteil besitzen.

Zusammengefasst sieht mein Limitsystem für Start-ups folgendermaßen aus:

  • Anlageklasse                                  <   10%
  • Plattform                                        <     2%
  • Einzelinvestment                          < 0,1 %
  • Länder, Währung, Branche        nur auf Portfolioebene

Bislang bin ich damit gut gefahren und ich denke auch, dass ich bei den vielleicht in manchen Augen niedrigen Limiten in Zukunft bleiben werde, da mir einfach noch nicht ausreichend Daten zur Verfügung stehen, wie sich Investments in Start-ups über die Crowd langfristig, insbesondere über einen gesamten Konjunkturzyklus, entwickeln, um mehr ins Risiko zu gehen.

An dieser Stelle interessiert mich natürlich auch:

Habt ihr euch auf Portfolioebene ein Limit für Start-up Investments gesetzt?

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Ein Kommentar

  1. Sven P. aus Dresden said:

    Hallo,
    ich kann dieses Vorgehen nur bestätigen. Ich selbst bin/war bei 24 Start-ups mit insgesamt 12.250EUR investiert. Diese Investitionen erfolgten verteilt in den Jahren 2012 bis 2016. Davon sind bis jetzt bereits 7.763,48EUR (nach Steuer) wieder zurück geflossen. Dies erfolgte über 5 BUY-Out-Angebote, einen Exit und die laufenden jährlichen Gewinnausschüttungen bei vier Start-ups.
    5 Start-ups mussten Insolvenz anmelden und aktuell sind weitere zwei „Zombies“.
    5 Start-ups kann/konnte man als Raketen bezeichnen und bei den restlichen 7 weiß man noch nicht wie es sich entwickelt. Unterm Strich liegt damit die Rendite (realisiert/Ist-Stand Bewertung) bei mit nun genau bei 180%, mit Potenzial auf 203%. Und ca. 50% diese Rendite kommt bei mir von EINEM Start-up … das sagt alles, denke ich.

    5. Mai 2017
    Reply

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