Geldwerk 1

Auf meiner fortdauernden Suche nach attraktiven Investmentchancen, bin ich kürzlich auf die neue Crowdinvesting-Plattform Geldwerk 1 gestoßen. Der erste Eindruck, den ich erhalten habe, war sehr positiv. Angeboten werden partiarische Nachrangdarlehen von Start-ups mit einem lokalen Schwerpunkt auf dem Ruhrgebiet und der näheren Umgebung. Dieser Fokus freut mich insbesondere, da ich die Region als sehr sympathisch und im Start-up Bereich massiv unterrepräsentiert empfinde.

Die entscheidende Frage für jede neue Plattform muss aber natürlich auch Geldwerk 1 beantworten: Schafft es die Plattform ein gewisses Momentum zu entwickeln, um neue interessante Start-ups und damit auch neue finanzstarke Investoren anzuziehen?

Die Grundvoraussetzungen sind meines Erachtens gegeben. Sowohl das Team als auch die Website machen einen professionellen Eindruck. Aktuell gibt es eine Investmentmöglichkeit, Footfact.

Analyse des Mustervertrags

Zu Footfact habe ich mir mal den Vertrag angeschaut in der Annahme, dass er sich in naher Zukunft nicht allzu sehr verändern wird. Der Vertrag entspricht grob den Verträgen von Companisto und Seedmatch. Es gibt allerdings ein paar nennenswerte Unterschiede.

Die Investition in ein partiarisches Nachrangdarlehen wird mit einem Zinssatz von 4% verzinst, der jährlich unabhängig vom Erfolg des Unternehmens fällig wird. Zusätzlich entsteht ein Anspruch auf einen jährlichen gewinnabhängigen Bonuszins, einen Bonuszins nach Kündigung oder alternativ einen Bonuszinses nach einem Exit des Start-ups. Der erfolgsabhängige Bonuszins wird dabei aber nur fällig, sofern er größer ist als der erfolgsunabhängige Bonuszins. Es wird also jeweils der höhere Zins gezahlt, nicht jedoch beide kumuliert. Der erfolgsabhängige jährliche Bonuszins ist jeweils am 31. Juli des nachfolgenden Jahres fällig. Im Falle des Verzugs hat das Unternehmen Verzugszinsen in Höhe von 7 % pro Jahr an den Investor zu zahlen.

Zu der üblichen Höhe der Unternehmensbewertung und den relevanten Multiplen auf Geldwerk1 lässt sich bislang noch nicht viel sagen, da es aktuell nur eine Investmentchance gibt und lediglich ein Funding abgeschlossen wurde. Die Bewertung für Footfact von 800.000 € und einem EBIT Mutliple von 5,0 sowie einem Umsatz-Multiple von 1,0 empfinde ich aber als fair (siehe auch Aktuelle Investmentchancen).

Die Kündigungsfrist für Start-up und Investor beträgt sechs Monate. Im Fall von Footfact ist der erste Kündigungstermin der 31.12.2020. Das ist akzeptabel, könnte aber für meinen Geschmack zumindest auf Seiten des Start-ups auch ein oder zwei Jahre später sein.

Weitere nennenswerte Kleinigkeiten

  • Positiv hervorzuheben ist die transparente Gebührengestaltung, die aus dem Vertrag hervorgeht. Geldwerk 1 erhält 7,5 % der Fundingsumme, die über 20.000 € hinausgeht.
  • Die Mindestinvestition liegt bei 50 €, befindet sich also zwischen Companisto (5 €) und Seedmatch (250 €).
  • Ähnlich wie bei Companisto gibt es ein Stimmenpooling für den Fall von Ablöseangeboten.
  • Dem Start-up wird die Möglichkeit eingeräumt, geringfügige Zahlungen (kleiner 2,50 €) aufzuschieben und zum nächsten Auszahlungstermin auszuzahlen.

Fazit

Wie ich bereits anfangs angedeutet habe, spricht mich die neue Plattform Geldwerk 1 sehr an. Der Mustervertrag ist sehr anschaulich und vor allem sehr ausführlich geschrieben. Das Start-up Footfact hat eine faire Bewertung und vermutlich werde ich mit einem kleinen Betrag auch noch einsteigen. Spannend wird es zu beobachten, wie der zukünftige Dealflow aussieht und wie das Verhältnis von Plattform zu Start-ups und Investoren sich nach den ersten Fundings entwickelt. Insbesondere auf den zukünftigen Investorenbereich bin ich gespannt.

Was ist eure Meinung zu Geldwerk 1? Gefällt euch die aktuelle Investmentmöglichkeit Footfact? Habt ihr investiert? Schreibt einen Kommentar oder schickt mir eine E-Mail an enrico@derstartupinvestor.de.

 

2 Comments

  1. Peter Reiff said:

    Sehr gute Plattform; ich habe investiert. Ich hoffe, dass aus Deinem Umkreis noch der eine oder andere kommt. Herr Prof. Beck möchte gern noch über 30.000 € kommen.

    24. Februar 2016
    Reply
    • Enrico said:

      Sehe ich genauso, Peter! Die 30.000 € Grenze haben wir inzwischen ja schon locker übersprungen 🙂

      25. Februar 2016
      Reply

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