Warum Crowdinvesting Smart Money ist

Vor kurzem habe ich mit einem Freund, der auch in Start-ups investiert, darüber gesprochen wie Investoren „ihren“ Start-ups helfen können. An dieser Stelle muss ich betonen, dass ich zeitweise einen recht aktiven Ansatz hatte, meinen Start-ups zu helfen. Das hat aich aber in der Zwischenzeit insbesondere aufgrund der Masse an Beteiligungen geändert. Sofern ich keinen expliziten Call-to-Action erhalte, bewege ich mich in letzter Zeit nur noch selten. Aber zurück zum Thema: Was ist Smart Money?

Mit Smart Money meine ich hier nicht die „kollektive Intelligenz der Crowd“, wonach die Investitionen der Crowd immer besonders clever sein müssten (ob das wohl stimmt?). Vielmehr ist mit Smart Money Geld gemeint, mit welchem weitere nicht-monetäre Vorteile verknüpft sind. Uns sind an besagtem Abend die folgenden Vorteile eingefallen:

Die Crowd als Multiplikator

Neben der Hunderten Investoren und den weiteren Hunderten/Tausenden anderen Plattformnutzern, die sich mit dem Start-up beschäftigt haben, erhält das Unternehmen im Rahmen des Fundings selbst durch die Plattform gefördert eine mediale Strahlkraft, die es ansonsten vermutlich in diesem Zeitraum nicht gehabt hätte. Darüber hinaus treten die Investoren im Nachgang weiterhin als Multiplikatoren im Marketing auf. Insbesondere durch die Interaktion über soziale Medien können Investoren ihren Start-ups eine immense Reichweite geben. Das erhöht die Bekanntheitsgrad und bietet Wettbewerbsvorteile.

Das Netzwerk der Crowd

Der übliche Crowd-Investor wird nicht über ein ausgefeiltes Netzwerk von Industrie-Experten verfügen, die dem Unternehmen tatkräftig unter die Arme greifen können. Durch die hohe Zahl an Investoren wird es aber immer einige Investoren geben, die die passenden Kontakte zu Medien, Lieferanten, Geschäftskunden oder neuen Investoren für Folgefinanzierungen haben und gerne herstellen. Für B2C-Geschäftsmodelle kommt die bereits oben genannte Reichweite für den Privatkundenvertrieb hinzu.

Rekrutierung neuer Mitarbeiter

Zweifellos eine der größten und wichtigsten Herausforderungen eines aufstrebenden Unternehmens ist es, die passenden Leute zu finden und ein starkes Team daraus zu formen. Zumindest beim ersten Part können die Investoren behilflich sein: sei es durch direkte Vermittlung von Kontakten, die über die benötigten Fähigkeiten verfügen, oder sei es durch die simple Reichweite der Investoren.

Fachliche Unterstützung

Wenn auch sicherlich nicht der häufigste Fall, so haben einige Crowd-Investor idealerweise selber Erfahrungen in der Industrie oder Branche des Start-ups. Dies gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Einsichten zu teilen und zu helfen, Herausforderungen im Rahmen des Unternehmenswachstums zu meistern oder zu umschiffen. Die einen sind dabei vielleicht selber Gründer in der gleichen Branche, während andere eher Angestellte mit einem praxisnahen Erfahrungsschatz sind.

Die Crowd als emotionale Stütze

Der Job eines Gründers ist sicherlich einer der stressvollsten, die es gibt. Deswegen ist es gerade in der Seed-Phase wichtig, die Gründer auch emotional zu unterstützen. Damit meine ich nicht, dass ein Investor alle paar Wochen einmal durchklingeln soll, um zu fragen, wie es geht. Auch wenn das nett ist: Nein. Neben der Tatsache, dass eine Vielzahl von Menschen an die vorgestellte Idee im Rahmen des Fundings geglaubt haben – was bereits eine emotionale Unterstützung darstellt – sind es die kleinen Dinge, die ich hier meine. Zum Beispiel positives Feedback auf die Quartalsreportings, positive Interaktion über soziale Medien oder man ruft halt doch einmal an 😉

Fazit

Das Geld der Crowd ist Smart Money. Auch wenn es stimmt, dass die meisten Unternehmen in der Frühphase scheitern, so steigt die Erfolgswahrscheinlichkeit der Unternehmung mit dem Extrawert, den eine Finanzierungsrunde mit sich bringt. Der potenzielle Einfluss der Crowd hängt dabei immer auch ein bisschen vom Geschäftsmodell des Unternehmens ab. Für die meisten Unternehmen ist Crowdinvesting sicherlich nicht der schlechteste Finanzierungsweg und für einige Unternehmen (insbesondere B2C) schafft die Crowd einen zusätzlichen Wert, der anderswo nicht zu bekommen wäre.

Was sonst? Was sind weitere nicht-finanzielle Vorteile, die die Crowd einem Start-up bietet? Wie habt ihr euren Beteiligungen bereits geholfen? Hinterlasst einen Kommentar oder schickt mir eine E-Mail an enrico@derstartupinvestor.de.

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