Warum BrewDog (k)ein großartiges Investment ist

Die schottische Craft-Bier Brauerei BrewDog sucht momentan nach – nicht nur für deutsche Verhältnisse atemberaubenden – 25 Millionen £. In den ersten 20 Tagen konnten gleich 5 Millionen £ eingesammelt werden. Das ist selbst für BrewDogs Verhältnisse erstaunlich. 2013 haben die Jungs sechs Monate gebraucht um eine vergleichbare Summe von Investoren zu erhalten.

BrewDog wurde 2007 von Martin Dickie und James Watt gegründet und ist aktuell Großbritanniens am schnellsten wachsende Food&Drinks-Marke. Das Unternehmen mit 365 Mitarbeitern braut sein Bier nicht nur selber, sondern vertreibt es auch gleich über eigene Absatzkanäle wie dem Online-Shop und eigenen Bars, von denen weltweit bereits 28 eröffnet wurden. BrewDog-Bier wird heute bereits in 55 Länder exportiert.

BrewDog als Blaupause für Crowdfunding

Dass die schottischen Brauer in kurzen Zeiträumen viel Geld von der Crowd einsammeln können, sollte anderen Unternehmen, die über ein Crowdinvesting nachdenken, ein Beispiel sein. In vielen Dingen kann der Fall darüber hinaus als Blaupause für die eigene Kampagne dienen. Dabei verfügt BrewDog über ein paar Eigenschaften, die es dem Unternehmen erleichtern, Geld über die Crowd aufzunehmen, die andere Unternehmen vielleicht nicht besitzen.

Zuerst einmal verfügt BrewDog über ein B2C-Geschäftsmodell im Konsumgütersektor, was eine hohe Crowdability bedeutet. Das ist natürlich eine Eigenschaft, die andere Unternehmen nicht einfach übernehmen können. Das Geschäftsmodell sollte sich wegen der gewünschten Refinanzierungsart nicht verändern müssen. Ebenso hilft es, dass sich Martin und James gerne rebellisch geben, beispielsweise indem Sie Werbung für die Finanzierungsart Crowdfunding machen und es dabei gleich mit der traditionellen Finanzbranche aufnehmen wollen:

„Crowdfunding should no longer be seen as a niche alternative, but a proven, workable option for those libertines and change-makers who want to shake up the status quo.”

Beides kommt bei Crowd-Investoren gut an. Die Rebellion muss aber schon zum Konzept der Firma passen. Würde die Deutsche Post plötzlich rebellisch daherkommen, würde das wohl kaum (positive) Aufmerksamkeit erregen.

BrewDog als Finanzinvestition

Was die nackten Zahlen anbelangt hat BrewDog einige positive Punkte auf seiner Seite. Über die letzten Jahre sind sie rasant gewachsen. 2014 waren es 64% beim Umsatz. Dass das Unternehmen auch weiterhin wachsen wird, ist absehbar. Alleine weil die beiden Schotten es marketingtechnisch absolut drauf haben. Für Beweise, siehe hier, hier oder auch den Pitch für die aktuelle Kampagne. Ich kannte diese damals sehr kleine, schottische Brauerei aufgrund ihres Marketings bevor ich jemals ein BrewDog-Bier gesehen oder getrunken habe. Die damit verbundene  Marke und die eigenen Distributionswege sprechen ebenso für BrewDog. Auch die Expansion nach Amerika, für die bereits eine eigene Crowdfunding-Kampagne in den Startlöchern steht, regt die Fantasie an.

Die entscheidende Frage ist nur: Wird es sich für einen Investor lohnen, für den Preis heute gekauft zu haben? Denn mit einem Preis von 47,50 £ pro Aktie wird BrewDog aktuell mit 305 Millionen £ bewertet. Für ein Unternehmen mit einem Umsatz von 29,6 Millionen £ im abgelaufenen Geschäftsjahr ist das trotz Wachstumsraten um die 70% ein heftiges Preisschild. Dass die Firma keine Finanzplanung im Prospekt (oder sonst irgendwo) beschrieben hat, gibt einem nicht unbedingt eine bessere Grundlage zur Bewertung.

Weitere Anreize zur Investition

Dadurch, dass BrewDog bereits selbst drei Crowdinvestingrunden durchgeführt und eine Crowd von mehr als 12.000 Investoren über eine eigene Investorenseite an sich gebunden hat, konnte neben dem „offiziellen Funding“ auf CrowdCube auch eigenes Funding auf der Investorenhomepage gestartet werden. Dabei bedienen sich die Gründer zusätzlich des Netzwerks der Investoren und bieten ein ausgesprochen umfassendes Referralprogramm an. Bereits ab fünf Empfehlungen erhält man ein Buch sowie drei Flaschen eines exklusiven Milk-Stouts. Die darauffolgenden Stufen 10, 20 und 40 Empfehlungen erhalten jeweils das Paket der vorherigen Stufe und zwei weitere Belohnungen. Die zehn Investoren mit den meisten Empfehlungen bekommen das vollumfängliches BrewDog-Package sowie das aktuell stärkste Bier der Welt, The End of History.

Wie im Wertpapierprospekt Transparenz darüber geschaffen wird, wie die Mittel verwendet werden, überzeugt mich ebenfalls. Es wird beschrieben, wie die Mittel verwedendet werden sollen und auch in welcher Reihenfolge die Projekte realisiert werden (bzw. welche Projekte nicht umgesetzt werden, sollten die vollständigen 25 Millionen £ nicht zusammenkommen). Jedes Projekt und seine Vorteile werden extra im Verlaufe des Prospekts beschrieben.

Der (für mich) entscheidende Anreiz zur Investition sind aber die Perks: 10 £ Beer-Bucks (Geld, das nur in BrewDog-Bars verwendet werden kann), ein Geburtstagsbier pro Jahr, Ermäßigungen im Online-Shop und in den Bars, Einladung zur HV und je nach der Höhe des Investments wird man zudem Mitglied im Bierclub Abstract Addicts und erhält für ein Jahr ein kostenloses Abo für den Equity Punks BottleBox Bierclub. Das Ganze macht natürlich nur Sinn, wenn man das Bier auch mag. Nach meinem Ausflug zum Craft-Bier Festival in Frankfurt im September kann ich das für mich aber definitiv mit Ja beantworten!

Fazit

BrewDog kann sich finanziell als eine gute Investition herausstellen, muss es aber nicht. Die Wahrscheinlichkeit erscheint mir nicht hoch genug, dass ich unter normalen Umständen investieren würde. Ich habe mich dennoch entschieden die Aktien zu zeichnen, um an dem Projekt BrewDog teilzuhaben und die Jungs bei ihrer Reise zu begleiten. Eine Investition in BrewDog ist der Einkauf in eine Kultur und eine Haltung. Außerdem glaube ich, dass ich über die Perks zumindest einen Großteil meiner Investition wieder herausholen werde. Hier erlaube ich mir einfach mal den Spaß-Investor in mir zu bedienen.

Viel wichtiger aber als die Frage, ob sich die Investition lohnt, ist, dass BrewDog aufzeigt, wie auf eine intelligente Art und Weise Geld von der Crowd eingesammelt werden kann. Wie ist eure Einstellung zu BrewDog und ihrem Crowdfunding? Werdet ihr investieren? Lasst es mich wissen und hinterlasst einen Kommentar oder schickt eine E-Mail an enrico@derstartupinvestor.de.

2 Comments

  1. Enrico said:

    Solltest du dich entscheiden, ebenso in BrewDog zu investieren, würde ich mich freuen, wenn du meinen Referralcode (R308140) benutzen würdest. Damit sicherst du uns beiden je einen Referral point.

    30. Oktober 2015
    Reply
  2. Ich werde investieren, weil Brewdog der Inbegriff der Craft Beer Revolution ist. Da ist jede Investition richtig.

    28. April 2017
    Reply

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