Was bisher geschah

Letzte Woche hatte ich ja bereits geschrieben, dass ich seit 2011 in Start-ups investiere. Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn ein ziemlicher Seedmatch-Fanboy war. Ich habe für eine lange Zeit nahezu jedes Funding gezeichnet ohne irgendeine Art von Analyse. Zugegeben, man hatte auch gar keine Zeit zu einer wohlüberlegten Investmententscheidung zu kommen, weil in der Regel die Fundings nach wenigen Stunden oder Minuten schon wieder geschlossen waren. So sehr haben wir damals um die stillen Beteiligungen gekämpft!

Umstellung auf partiarische Nachrangdarlehen

Irgendwann stellte Seedmatch dann auf partiarische Nachrangdarlehen um. Ich blieb weiterhin dabei und habe insgesamt eine Menge Geld investiert. Dabei war mir immer mal wieder ein bisschen mulmig zu Mute, weil es ja (bis heute) keine wirklichen Erfahrungswerte im Crowdinvesting gibt. Ab Mitte 2013 habe ich nur noch ausgewählte Fundings begleitet. Der Auswahlprozess war aber immer noch nicht sonderlich ausgereift; man könnte sogar sagen naiv.

Partiarische Nachrangdarlehen vs. Aktien

2014 habe ich Seedrs für mich entdeckt. Seedrs ist eine Crowdinvesting-Plattform aus Großbritannien auf der – aufgrund der unterschiedlichen regulatorischen Bestimmungen in UK – Aktien gezeichnet werden können. Das war für mich der ausschlaggebende Punkt, von nun an auf Seedrs zu investieren. Ich wollte nicht nur Darlehensgeber sein, sondern wirklich an einem Start-up beteiligt sein. Beide Seiten (partiarisches Nachrangdarlehen vs. Aktien) haben ihre Vor- und Nachteile. Damals hatte ich aber einen geradezu irrationalen Drang unbedingt Aktien besitzen zu müssen. Welche Vorteile partiarische Nachrangdarlehen aus meiner Sicht haben, werde ich zu einem späteren Zeitpunkt beschreiben.

Was ist der aktuelle Stand?

Stand heute habe ich in knapp über 50 Start-ups investiert. Der Großteil davon über Seedmatch. Wenn ich mir meine aktuelle Rendite anschaue, dann muss ich aber feststellen, dass es sich bisher nicht gelohnt hat. Ich komme zurzeit mit einer – zugegebenermaßen mathematisch nicht ganz sauberen Rechnung (hier die saubere Variante) auf einen Bruttowertzuwachs meiner Seedmatch-Investments von 5-7% absolut. Wir bewegen uns hier also im Bereich von 1% pro Jahr. Das hört sich zunächst nicht gerade verlockend an.

Wieso dann auch noch bloggen?

Wenn der große Renditeerfolg bisher ausblieb, warum habe ich mich dann überhaupt dazu entschieden über meine Investitionen in Start-up‘s auch noch zu schreiben?

  1. Ich bin mir sicher, dass die jährliche Rendite ansteigen wird sobald der erste Zyklus an Beteiligungen sein Laufzeitende erreicht – aus dem simplen Grund, dass es zum Ende der Laufzeiten zu einem höheren relativen Wertzuwachs kommt als zu Beginn.
  2. Dadurch, dass ich auf diesem Blog festhalte, wie (un-)erfolgreich ich mit meinen Start-up Investments bin, können sich andere Investoren mit mir vergleichen und interessierte Investoren ein Bild vom Markt machen und entscheiden, ob er überhaupt interessant ist für sie.
  3. Der entscheidende Punkt ist aber, dass ich zukünftig fundiertere Investmententscheidungen treffen möchte. Auch wenn Start-ups einem üblicherweise wenige Fakten an die Hand geben (können), bin ich davon überzeugt, dass man mit einer gewissen Methodik seine Rendite signifikant erhöhen kann. Und den Beweis dafür möchte ich öffentlich über diesen Blog antreten.

Was sind eure Erfahrungen?

Falls es euch ähnlich geht wie mir, dann schreibt doch einmal in die Kommentare, wie hoch euer Wertzuwachs bisher ist, wie ihr eure Fundings bislang ausgewählt habt und was eure bisherigen Erfahrungen mit Start-up Investments sind. Alternativ könnt ihr mir natürlich auch eine E-Mail an enrico@derstartupinvestor.de schicken.

2 Comments

  1. „Beide Seiten (partiarisches Nachrangdarlehen vs. Aktien) haben ihre Vor- und Nachteile.“ was sind die Vorteile der Darlehn?

    23. August 2015
    Reply

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